Bestattungsritus bezeichnet - vor allem in der Ethnologie und der Archäologie - die Gesamtheit aller Handlungen vor, während und nach einer Bestattung. Im engeren Sinne ist die Art der Totenlege gemeint (z.B. Hockergrab), im weiteren Sinne alle mit den körperlichen Überresten des Verstorbenen in Verbindung stehenden Handlungen .

Bestattungsriten sind seit der Steinzeit (Paläolithikum) bekannt und wichtiger Teil der meisten Kulturen. Sie sind eine spezifisch menschliche Erscheinung. Im Tierreich sind keine Bestattungsriten bekannt. Sie sind eng an die jeweiligen Jenseitsvorstellungen geknüpft und gehören deshalb meistens in den religiösen Bereich einer Kultur.

Bestattungsriten können als Übergangsriten angesehen werden. Rituelle Bestattungen dienen den Bestattenden dazu, ihre Trauer zu kanalisieren, die Störung in der Gemeinschaft, die durch den Tod ausgelöst wird, zu verarbeiten, und Aussagen über das Jenseits zu treffen.